MeetUp Recap: KI Praxis statt Visionen
Am 29. September ging es beim digIT-Circle Meetup um Praxis statt Zukunftsvisionen. HOLTER, Sanitär- und Heizungsgroßhändler mit 330 Mio. Euro Umsatz und 24 Standorten, entwickelt seine Software seit über 40 Jahren selbst. Das Unternehmen zeigte, wie KI dort im Alltag mitarbeitet. Die wichtigste Erkenntnis vorweg: Die größte Hürde waren die Daten.

Offerte, die sich (fast) von selbst schreiben
Zehntausende Anfragen landen pro Jahr per Mail, PDF, Foto oder sogar handschriftlich beim Vertrieb. Bisher hieß das: Positionen lesen, Artikel suchen, zuordnen. Lukas Resch berichtete, wie das künftig anders läuft. Eine KI liest die Anfragen aus, schlägt passende Artikel vor und legt das Angebot direkt im ERP an. Der Mensch prüft, statt zu suchen. Der erste Anlauf 2024 wurde übrigens gestoppt, weil er zu wenig brachte. Seine Erkenntnisse waren der Grundstein für den zweiten.
Dynamic Pricing: Wo steckt wirklich ein besserer Preis drin?
Der Margendruck steigt, und zu oft wird vorsorglich zu günstig angeboten. Ein Machine-Learning-Modell zeigt dem Verkäufer per Knopfdruck, wo ein besserer Preis nötig ist und wo nicht, in einer halben Sekunde. Die Entscheidung bleibt beim Verkäufer, im gewohnten ERP.
Was HOLTER gelernt hat
Daten: Bereitstellung und Datenverständnis kosteten mehr Aufwand als gedacht.
Fachabteilung: Sie gehört von Tag eins ins Projekt. Die KI lernt nur an echten Fällen.
Vertrauen: Ein einziger unplausibler Vorschlag kann es nachhaltig beschädigen.
Arbeitsumgebung: Beide Lösungen liefern zu, gearbeitet wird im vertrauten System. So bleibt der Mensch in der Schleife.
Ein KI-Agent, der die Aktionsnews korrekturliest
Nicole aus der KI-Taskforce stellte ihren ersten eigenen Agenten vor. Er gleicht Marketingentwürfe mit den Originaldaten des Einkaufs ab, markiert Fehler und liefert einen Fehlerreport. Ihr wichtigstes Learning: Der Agent macht genau das, was man ihm sagt, und manchmal auch das, was man vergessen hat zu verbieten.
KI-Taskforce: 18 Köpfe, ein Ziel
Andreas Binder und Karin Kainmüller zeigten, wie HOLTER M365 Copilot im Unternehmen verankert. 18 Mitarbeitende aus allen Bereichen testen, bauen eigene Agenten und tragen Quick Wins als „Influencer" in ihre Teams. Die Leitplanken: nur freigegebene Tools und immer ein Mensch in der Schleife. Es sind bereits viele Anwendungsfälle entstanden. Manche funktionieren hervorragend, andere sind gescheitert, und auch das ist wertvoll.
Ehrlich über KI reden: dafür gibt es den digIT-Circle
KI-Projekte scheitern meist an Daten, Erwartungen und fehlender Einbindung der Fachbereiche. Deshalb tut der Austausch unter Gleichgesinnten so gut. Im digIT-Circle sprechen IT- und Digitalisierungsverantwortliche oberösterreichischer Leitbetriebe über das, was in Präsentationen oft fehlt: was schiefging, was überrascht hat und was sie beim nächsten Mal anders machen.
Ein herzliches Dankeschön an HOLTER und alle Vortragenden für die offenen Einblicke.




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